Schlaflied (für meine Gedanken)

Es ist ein bißchen Nacht da draußen
Ein Ton, der sich nicht fassen lässt
Sind Lichter, Stimmen, Asphaltrauschen
Ein leises Knistern im Geäst
Im Baum dort unten, der da leuchtet
Grell-grün im Straßenlampenschein
Es kriecht das bißchen Nacht da draußen
Zum offnen Fenster mir hinein …

Und statt zu schlafen steh ich an der Scheibe
Und stelle Fragen an die Dunkelheit
Was andre Menschen auf Balkone treibe
Im vollmondbleichen Hängeleuchtenlicht – um diese Zeit?
Der Nachbarn Mobiliar wird ausgeknipst im Fenster
Kein Mond heut Nacht, die Sterne dafür riesengroß und funkelfrei
Im Häuserschatten lauern die Gespenster
Sie kommen pünktlich, um halb drei …

Es ist ein bißchen Nacht da draußen
S’wird nicht mehr dunkler, nur noch still
Meiner Gedankengespenster Gewisper zu lauschen
Ist sicher nicht, was ich nun will
Denn hat doch die Luft sich erwärmt zuletzt
(Ich nehm sie an die Hand und geh mit ihr flanieren)
Und ein seltsam süßer, dunkelblauer Duft ist jetzt
Aus Richtung Park her kommend in der Nacht zu spüren …

Die Fenster leuchten nicht mehr nun, nurmehr die Sterne außen –
Kein Anlass wohl, sich in der Dunkelheit zu sorgen –
Es ist ein bißchen Nacht da draußen
für ein paar Stunden – bis zum Morgen.

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6 Kommentare zu “Schlaflied (für meine Gedanken)

  1. rundumwort sagt:

    Ein schönes Gedicht und ein wenig erinnert es mich an Kästner. Freundlicher Gruss K.Bärtschi

  2. sofasurfer sagt:

    … welch schöne Wortspiele und Gebilde… und man darf vermuten: Die Nacht ist Dein Freund 😉

  3. Ein schöner Text, sehr schön sogar!

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