Schlussbemerkung

Jetzt ist es wieder mal soweit:
Im Nebel draußen fliegen Funken.
Der Jahresrückblick weiß Bescheid –
Die Welt ist beinah schon versunken!

So legen sie nun zu den Akten
Ein Jahr, das keinem sich erschloss
Gefühlt mangelte es ihm an Fakten –
Im Fühlen war es faktisch groß … Weiterlesen

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In diesen Tagen

In diesen Tagen
ist es zu dunkel
der Mond zu groß und
die Nacht zu lang.
Hinter den Fenstern
zu viel Gemunkel
Nebelgestalten
machen uns bang.

Wir suchen uns in diesen Schwaden.
Wir fühlen uns an der Heizung kalt.
Wir drehen uns dreimal um unsere Fragen.
Wir wollen wachsen
und werden alt.

Sind wir nicht immer noch
zwei von den Klugen
Du und ich im Irgendwo?
Und ist die Welt
nicht aus den Fugen
in diesen Tagen sowieso?

In diesen Tagen
wird viel gewartet, Weiterlesen

Dies Jahr

Es wird noch immer sehr früh dunkel,
obwohl die Tage schon am Steigen.
Und man hört allerlei Gemunkel
wenn Dinge sich dem Ende neigen …
Man redet übers Weltgeschehen
und was davon zu halten sei.
Es ist – wie oft – nicht einfach zu verstehen
und es ist fast vorbei.

In den Straßen wird es kälter. Weiterlesen

Mein Du

Du bist mein Du
Ich denke Dich
die Worte sagend meine ich
doch immerzu
nur wieder Dich
Ich wache auf und fühle
Dich neben mir
wenn ich allein
bist Du doch hier
Du bist mein Du
so soll es sein
Ich kam zu Dir
weil ich Dich fand
und Dich genannt
bei diesem Wort:

Du bist mein Du
bist Du auch fort
und fern von mir
im selben Raum
sehnt mich nach Dir
Dich zu berühren
die Haut zu spüren
und wie im Traum
zu fließen
in Dich, mit Dir
Du bist mein Du
Ich will doch nur die Zeit
durch Dich, mit Dir
genießen…

Kein Zauberreich für Dich und mich
– beileibe nicht –
uns plagen unsere Schatten
Es sticht die Angst, es könnt das Licht
– das strahlend helle zwischen uns –
doch irgendwann ermatten
Du bist mein Du
– Du weißt es doch –
ich könnt Dich nicht verlassen
und Orten in die Augen sehen
wo wir gemeinsam saßen
Nicht immer kann ich Dich verstehen
muss manches Mal zurück Dich lassen
an einem Platz in Deinem Kopf
der fremd mir bleibt und den ich dann
nicht kann noch will erfassen…

Du bist mein Du
Und immer noch
Würd ich Dich wieder wählen
Den Kopf in Deinen Schoß zu legen sanft
um Dir mich zu erzählen
und doch ein Rätsel Dir zu bleiben
dem nachzuspüren Dir gefällt
manchmal auch einfach nur zu treiben
mit Dir durch diese schöne
und grausam uferlose Welt
Du bist mein Du
ein Halt, ein Hort
manchmal ein Stein, der reibt –
Du bist für mich in einem Wort
das Hier und Jetzt, das bleibt.

Für B.,

notiert, 18.Juli 2015

Zu Fuß

Ich bleib heut nicht stehen
und wart auf den Bus,
der im Stau nicht vorankommt –
Ich geh zu Fuß!

Heute lass ich den Wind
um die Nase mir wehen,
kann in Vorgärten gucken,
mich nach Katzen umdrehen.

Warum soll ich mich hetzen,
wenn ich nicht muss?
Ich hab es nicht eilig, denn:
Ich geh zu Fuß.

Rundum wachsen die Bäume
samt den Häusern der Stadt Weiterlesen

Das Licht ist tiefer

Das Licht ist tiefer
und die Zweige leichter,
zerbrechlich, wenn man sie erfasst
Im Land der Dächer
wirkt der Himmel bleicher
und wieder kommt die Zeit der Möwen in der Stadt.
Das Licht ist tiefer,
die Musik im Radio seichter –
es hat das Jahr, wie’s scheint, sich selber satt.
In vielem gleich
(für manche gleicher)
Wird auf den Abschluss zugerast.

Das Licht ist tiefer,
doch von leisem Strahlen.
Die Hausfassaden scheinen aufgehellt.
Die Wolken ziehen
und sammeln sich im Westen
in Richtung auf den Abend hin…
Das Licht ist tiefer –
Wenn ich könnte, würd ich’s malen –
Und ein Gedanke, seltsam, kommt mir in den Sinn:
Manch´ Dinge wandeln sich von selbst zum Besten,
wenn ihnen Zeit gewährt wird in der Welt.

Das Licht ist tiefer
Und ich kann es fühlen:
Es wärmt, auch wenn es kaum die Haut berührt.
Der Wind bricht auf und rüttelt an den Bäumen.
Er treibt das Jahr in Wirbeln vor sich her.
Das Licht ist tiefer –
Es gäb‘ viel zu wühlen
In dem was war und was nicht kam und mehr…
Der Herbstwind treibt Blätter von Ängsten und Träumen –
treibt fort, was war,
schafft Raum für das, was wird.

 

notiert, 14.November 2014

Immer in einem Moment

Es ist immer in einem Moment
der Helligkeit und der Wärme
wenn ein Herbst gewordener Sommer
sich auf den Tag legt,
sanft in Braun und Blau und
immer noch Grün.

Vielleicht wird er
morgen schon grau geworden sein vom Regen
und das Licht verschwinden am Ufer
aus einem viel zu kurzen Tag…
Vielleicht aber auch nicht.

Es ist immer nur einen Moment
alles im Licht.
Es ist
immer in einem Moment
alles was ist in der Welt.

Es ist immer in einem Moment
der Freude an dem Gelingen und Erreichen Weiterlesen

Nachmittag an der Elbe – (k)ein Stillleben

Allein in der Stille eines Nachmittags ist
alles, was ich höre:

Der Wind in den Bäumen am Ufer.
Ein Flugzeug. Sausen in der Luft,
von rechts nach links über die Elbe hinweg.
Ein Fahrrad, knirschend im Sand hinter mir.
Schiffsmotoren, leise tuckernd.
Eine Grille, Sommersirren zwischen den Sträuchern.
Vögel in scheinbarer Aufregung.
Ein Kind, das ruft von irgendwo: Mehr! Mehr!
Wieder ein Schiff. Größer und dumpfer im Klang.
Der Wind, ganz sacht. Hell und kurz.
Die Straße. Hintergrundrauschen, permanent.
Ein zweites Kind dazu.
Krähen. Flügelschlagen.
Ein Skateboard im Sand.
Ein Blatt vor mir auf dem Weg.
Ein Sportflugzeug und Stimmen in der Ferne.
Knackende Äste.
Wieder die Vögel.
Wieder die Straße.
Noch ein Schiff
und der Wind
und die Bäume am Ufer:

All dies ist
um mich und bleibt,
allein in der Stille eines Nachmittags,
alles, was ich höre.

notiert am 26. 08. 2014

Lass mir den Wind

Lass mir den Wind,
der mich trägt,
fort, wenn ich vor ihm stehe, ohne Halt.
Nimm mir nicht den Wind!

Lass mir den Schatten,
der mich schützt,
wenn ich zu ihm fliehe vor der Hitze.
Nimm mir nicht den Schatten!

Lass mir den Schrei,
der mir zeigt,
dass ich hier bin, in der Welt, laut Weiterlesen