Samstagmittag. Denkpause.

Hinter der Jalousie bleibt der Tag hörbar,
bleibt die Stadt (meine Stadt!) in Bewegung.
Der Himmel, das Licht und die Hitze aber sind ausgesperrt;
der Raum unverändert, ruhig, im Halbdunkel,
ein Rest von Nachtkühle darin eingeschlossen, hinübergerettet
wenigstens bis in den frühen Nachmittag.
Dann war die Sonne lange genug an den Fensterscheiben zugange, trotz Jalousie.

Da draußen ist Sommer.
Es ist sogar Samstag und Ferienzeit dazu (na und?).
Angeblich wollen alle hinaus und – ja – manchmal will ich das auch.
Aber heute, hier hinter der Jalousie, welche die Stadt unsichtbar macht,
bleibe ich drinnen.
Um es kurz und klar zu formulieren: Mir ist zu heiß. Weiterlesen

Stadtsommer, vormittags

Sobald das Licht die Dächer erreicht, beginnt der Tag zu gleißen.
Eine einzelne Wolke treibt durchs Bild,
unauffällig und in Auflösung begriffen.
In der Ferne ein Flugzeug im Landeanflug, lautlos, scheinbar,
bis das Geräusch der Motoren plötzlich irritiert.
Zwischen den Fassaden jagen die Schwalben,
vier, fünf, sieben Sommervögel.
Sie lassen die Häuser zu Felsklippen werden und die Straße zum Ozean. Weiterlesen

Möglichkeiten

Wir sind umgeben von Möglichkeiten.
Immerzu und auch dann, wenn wir denken,
es gäbe nichts zu entscheiden, weil alles bereits bestimmt sei.
Die Bestimmung geschieht mit jedem Schritt, den wir tun,
mit jedem Satz, den wir sagen oder schreiben
und sie geschieht immer vorübergehend.
Jedem Schritt und jedem Satz geht die Möglichkeit voraus,
etwas so oder vollkommen anders zu tun.
Und mit jeder Entscheidung legen wir
in einem Augenblick ein Stückweit Zukunft fest. Weiterlesen

Dunst

Der Tag schwebt im Dunst.
Die Schatten sind eigentümlich lang,
die Luft gelblich und sie sieht tatsächlich wärmer aus, als sie ist.

Zwischen dem Gilbweiß der Luft das helle, springende Grün von Frühlingsblättern.
Der Tag schwebt wahrhaftig,
scheint keinerlei Berührung mit dem Boden zu haben
und die Luft, so nah,
schafft eine seltsame Distanz zwischen den Dingen Weiterlesen

Ein Beginn

Dies ist ein Experiment. Ein Versuch ohne fest vorbestimmten Ausgang. Ein Test.

Ich schreibe, und jeder könnte es lesen, der wollte.

Ich schreibe, um wahrgenommen zu werden und kann doch nicht erwarten, dass mich einer dabei sieht

jetzt und hier und sofort.

Vielleicht später. Vielleicht bald.

Es ist ein Anfang.

Und Anfänge sind schön.