In diesen Tagen

In diesen Tagen
ist es zu dunkel
der Mond zu groß und
die Nacht zu lang.
Hinter den Fenstern
zu viel Gemunkel
Nebelgestalten
machen uns bang.

Wir suchen uns in diesen Schwaden.
Wir fühlen uns an der Heizung kalt.
Wir drehen uns dreimal um unsere Fragen.
Wir wollen wachsen
und werden alt.

Sind wir nicht immer noch
zwei von den Klugen
Du und ich im Irgendwo?
Und ist die Welt
nicht aus den Fugen
in diesen Tagen sowieso?

In diesen Tagen
wird viel gewartet, Weiterlesen

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Aus aktuellem Anlass…

… unterbrechen wir das Programm.

(schreiben die Entwürfe im Notizbuch nicht zu Ende,
hören auf zu arbeiten, hören auf zu lachen, hören auf …
)

Die nachfolgenden Sendungen beginnen später.

(Sind gerade vorübergehend völlig unwichtig geworden,
können irgendwann demnächst, wenn das alles vielleicht vorbei ist –
vorbeier jedenfalls als jetzt – nachgeholt werden.
Wie die Gedichte im Notizbuch, wie die Arbeit,
wie das Lachen, wie wir…
)

Es folgt eine Sondersendung. Weiterlesen

Lass mir den Wind

Lass mir den Wind,
der mich trägt,
fort, wenn ich vor ihm stehe, ohne Halt.
Nimm mir nicht den Wind!

Lass mir den Schatten,
der mich schützt,
wenn ich zu ihm fliehe vor der Hitze.
Nimm mir nicht den Schatten!

Lass mir den Schrei,
der mir zeigt,
dass ich hier bin, in der Welt, laut Weiterlesen

Indifferent

Bei Gelegenheit kann es geschehen,
dass ich nicht weiß, was ich ist.
Die Farben: Hell strahlend vor dunkelgrauem Grund.
Die Bewegung: Vorantreibend, im Stillstand.
Der Zustand: Gefangen, aber doch befreit.
Haltlos, ein sicheres Ziel vor Augen.

Ich denke dann, ich bin Weiterlesen

Dunst

Der Tag schwebt im Dunst.
Die Schatten sind eigentümlich lang,
die Luft gelblich und sie sieht tatsächlich wärmer aus, als sie ist.

Zwischen dem Gilbweiß der Luft das helle, springende Grün von Frühlingsblättern.
Der Tag schwebt wahrhaftig,
scheint keinerlei Berührung mit dem Boden zu haben
und die Luft, so nah,
schafft eine seltsame Distanz zwischen den Dingen Weiterlesen

Aufforderung

Es ist halb zwei und es regnet.
Nichts da draußen, was zu versäumen wäre.
Der Tag plätschert dahin (im wahrsten Sinne).

Die Regenrinne draußen vor dem Balkon, den niemand betreten darf
und drinnen die Abwasseranlage der Station.
Eine anhaltende Geräuschkulisse, auch nachts,
irritierend.

Ich warte auf den Ausgang dieser drei eingeschlossenen Tage. Weiterlesen

Jetzt

Es gibt Tage, die suchen sich keinen Raum in der Zeit.
Sie gehen einfach vorüber.
Ereignis- und scheinbar bedeutungslos.

Vielleicht, weil sie zu früh beginnen mussten
oder zu spät erst in die Gänge kamen.

Vielleicht, weil der Himmel trüb ist
und die Schwalben tief fliegen.

Vielleicht, weil alles, was an sinnvollen Tätigkeiten wartet
dabei jedweden Vergnügens an sich selbst entbehrt? Weiterlesen