Momentanes Stillleben an einem Freitag

Die Sonne heute ist ein verschwimmender Fleck im Nebel,
die Spiegelung eines Lichtscheins an einer Eisfläche.
Durch das Fensterglas betrachte ich den beige-grauen Ausschnitt,
suche Strukturen, wo keine zu erkennen sind. Weiterlesen

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Aus aktuellem Anlass…

… unterbrechen wir das Programm.

(schreiben die Entwürfe im Notizbuch nicht zu Ende,
hören auf zu arbeiten, hören auf zu lachen, hören auf …
)

Die nachfolgenden Sendungen beginnen später.

(Sind gerade vorübergehend völlig unwichtig geworden,
können irgendwann demnächst, wenn das alles vielleicht vorbei ist –
vorbeier jedenfalls als jetzt – nachgeholt werden.
Wie die Gedichte im Notizbuch, wie die Arbeit,
wie das Lachen, wie wir…
)

Es folgt eine Sondersendung. Weiterlesen

Im Raum

Ich stehe in der Mitte des Raumes. Es ist laut und rot und nach elf.
Ich stehe allein, aber es macht mir nichts aus. Alle reden gleichzeitig und ich kenne nur die Gastgeber.
Ich stehe alleine in der Mitte des Raumes, niemand tanzt, noch nicht und es ist gut so.
Jetzt gerade, so wie es ist, nach allem was war.
Es ist das Beste was ich tun konnte, heute Abend, hierher zu kommen. Weiterlesen

HerbstZeit zum Nachdenken

Blau, Gold und braungesprenkeltes Grün sind die Farben dieses Tages.
Man sieht keine Blumen mehr und dennoch erstaunlich viele Menschen.
Im Japanischen Garten: Ein Wasserlauf aus Stein.
Ich kann das Wasser noch riechen.
Ein paar Tage íst es wohl allenfalls her,
dass die Gärtner es ausgelassen haben.
Ein Park ist ein eigentümlicher Ort, wenn es fast schon November ist.

Aber der Tag ist licht und schön,
mit dem Job in der Agentur bin ich für heute fertig
und wenn mir kalt ist, kann ich ins Tropenhaus gehen… Weiterlesen

Nachmittag an der Elbe – (k)ein Stillleben

Allein in der Stille eines Nachmittags ist
alles, was ich höre:

Der Wind in den Bäumen am Ufer.
Ein Flugzeug. Sausen in der Luft,
von rechts nach links über die Elbe hinweg.
Ein Fahrrad, knirschend im Sand hinter mir.
Schiffsmotoren, leise tuckernd.
Eine Grille, Sommersirren zwischen den Sträuchern.
Vögel in scheinbarer Aufregung.
Ein Kind, das ruft von irgendwo: Mehr! Mehr!
Wieder ein Schiff. Größer und dumpfer im Klang.
Der Wind, ganz sacht. Hell und kurz.
Die Straße. Hintergrundrauschen, permanent.
Ein zweites Kind dazu.
Krähen. Flügelschlagen.
Ein Skateboard im Sand.
Ein Blatt vor mir auf dem Weg.
Ein Sportflugzeug und Stimmen in der Ferne.
Knackende Äste.
Wieder die Vögel.
Wieder die Straße.
Noch ein Schiff
und der Wind
und die Bäume am Ufer:

All dies ist
um mich und bleibt,
allein in der Stille eines Nachmittags,
alles, was ich höre.

notiert am 26. 08. 2014

Samstagmittag. Denkpause.

Hinter der Jalousie bleibt der Tag hörbar,
bleibt die Stadt (meine Stadt!) in Bewegung.
Der Himmel, das Licht und die Hitze aber sind ausgesperrt;
der Raum unverändert, ruhig, im Halbdunkel,
ein Rest von Nachtkühle darin eingeschlossen, hinübergerettet
wenigstens bis in den frühen Nachmittag.
Dann war die Sonne lange genug an den Fensterscheiben zugange, trotz Jalousie.

Da draußen ist Sommer.
Es ist sogar Samstag und Ferienzeit dazu (na und?).
Angeblich wollen alle hinaus und – ja – manchmal will ich das auch.
Aber heute, hier hinter der Jalousie, welche die Stadt unsichtbar macht,
bleibe ich drinnen.
Um es kurz und klar zu formulieren: Mir ist zu heiß. Weiterlesen

Stadtsommer, vormittags

Sobald das Licht die Dächer erreicht, beginnt der Tag zu gleißen.
Eine einzelne Wolke treibt durchs Bild,
unauffällig und in Auflösung begriffen.
In der Ferne ein Flugzeug im Landeanflug, lautlos, scheinbar,
bis das Geräusch der Motoren plötzlich irritiert.
Zwischen den Fassaden jagen die Schwalben,
vier, fünf, sieben Sommervögel.
Sie lassen die Häuser zu Felsklippen werden und die Straße zum Ozean. Weiterlesen