Schlaflied (für meine Gedanken)

Es ist ein bißchen Nacht da draußen
Ein Ton, der sich nicht fassen lässt
Sind Lichter, Stimmen, Asphaltrauschen
Ein leises Knistern im Geäst
Im Baum dort unten, der da leuchtet
Grell-grün im Straßenlampenschein
Es kriecht das bißchen Nacht da draußen
Zum offnen Fenster mir hinein … Weiterlesen

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Mein Du

Du bist mein Du
Ich denke Dich
die Worte sagend meine ich
doch immerzu
nur wieder Dich
Ich wache auf und fühle
Dich neben mir
wenn ich allein
bist Du doch hier
Du bist mein Du
so soll es sein
Ich kam zu Dir
weil ich Dich fand
und Dich genannt
bei diesem Wort:

Du bist mein Du
bist Du auch fort
und fern von mir
im selben Raum
sehnt mich nach Dir
Dich zu berühren
die Haut zu spüren
und wie im Traum
zu fließen
in Dich, mit Dir
Du bist mein Du
Ich will doch nur die Zeit
durch Dich, mit Dir
genießen…

Kein Zauberreich für Dich und mich
– beileibe nicht –
uns plagen unsere Schatten
Es sticht die Angst, es könnt das Licht
– das strahlend helle zwischen uns –
doch irgendwann ermatten
Du bist mein Du
– Du weißt es doch –
ich könnt Dich nicht verlassen
und Orten in die Augen sehen
wo wir gemeinsam saßen
Nicht immer kann ich Dich verstehen
muss manches Mal zurück Dich lassen
an einem Platz in Deinem Kopf
der fremd mir bleibt und den ich dann
nicht kann noch will erfassen…

Du bist mein Du
Und immer noch
Würd ich Dich wieder wählen
Den Kopf in Deinen Schoß zu legen sanft
um Dir mich zu erzählen
und doch ein Rätsel Dir zu bleiben
dem nachzuspüren Dir gefällt
manchmal auch einfach nur zu treiben
mit Dir durch diese schöne
und grausam uferlose Welt
Du bist mein Du
ein Halt, ein Hort
manchmal ein Stein, der reibt –
Du bist für mich in einem Wort
das Hier und Jetzt, das bleibt.

Für B.,

notiert, 18.Juli 2015

Das Licht ist tiefer

Das Licht ist tiefer
und die Zweige leichter,
zerbrechlich, wenn man sie erfasst
Im Land der Dächer
wirkt der Himmel bleicher
und wieder kommt die Zeit der Möwen in der Stadt.
Das Licht ist tiefer,
die Musik im Radio seichter –
es hat das Jahr, wie’s scheint, sich selber satt.
In vielem gleich
(für manche gleicher)
Wird auf den Abschluss zugerast.

Das Licht ist tiefer,
doch von leisem Strahlen.
Die Hausfassaden scheinen aufgehellt.
Die Wolken ziehen
und sammeln sich im Westen
in Richtung auf den Abend hin…
Das Licht ist tiefer –
Wenn ich könnte, würd ich’s malen –
Und ein Gedanke, seltsam, kommt mir in den Sinn:
Manch´ Dinge wandeln sich von selbst zum Besten,
wenn ihnen Zeit gewährt wird in der Welt.

Das Licht ist tiefer
Und ich kann es fühlen:
Es wärmt, auch wenn es kaum die Haut berührt.
Der Wind bricht auf und rüttelt an den Bäumen.
Er treibt das Jahr in Wirbeln vor sich her.
Das Licht ist tiefer –
Es gäb‘ viel zu wühlen
In dem was war und was nicht kam und mehr…
Der Herbstwind treibt Blätter von Ängsten und Träumen –
treibt fort, was war,
schafft Raum für das, was wird.

 

notiert, 14.November 2014

Immer in einem Moment

Es ist immer in einem Moment
der Helligkeit und der Wärme
wenn ein Herbst gewordener Sommer
sich auf den Tag legt,
sanft in Braun und Blau und
immer noch Grün.

Vielleicht wird er
morgen schon grau geworden sein vom Regen
und das Licht verschwinden am Ufer
aus einem viel zu kurzen Tag…
Vielleicht aber auch nicht.

Es ist immer nur einen Moment
alles im Licht.
Es ist
immer in einem Moment
alles was ist in der Welt.

Es ist immer in einem Moment
der Freude an dem Gelingen und Erreichen Weiterlesen

Im Tag stehend

Im Tag stehend
warte ich auf das Ende von Gestern
und auf alles
was ich heute tun werde
um von morgen erzählen zu können

Der Wind treibt
die Dinge in Grün vor sich her
treibt mich
an Wolken geklammert
aus dem Gewesenen in das was noch nicht ist

Und ich berühre
die Luft
Sie ist weiß und wärmer
als die Wolken
die sich auflösen hoch oben
in dem grünen Wind
über dem Tag
in dem ich stehe

am Anfang.

 

notiert 13.04.2014