Immer in einem Moment

Es ist immer in einem Moment
der Helligkeit und der Wärme
wenn ein Herbst gewordener Sommer
sich auf den Tag legt,
sanft in Braun und Blau und
immer noch Grün.

Vielleicht wird er
morgen schon grau geworden sein vom Regen
und das Licht verschwinden am Ufer
aus einem viel zu kurzen Tag…
Vielleicht aber auch nicht.

Es ist immer nur einen Moment
alles im Licht.
Es ist
immer in einem Moment
alles was ist in der Welt.

Es ist immer in einem Moment
der Freude an dem Gelingen und Erreichen Weiterlesen

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Nachmittag an der Elbe – (k)ein Stillleben

Allein in der Stille eines Nachmittags ist
alles, was ich höre:

Der Wind in den Bäumen am Ufer.
Ein Flugzeug. Sausen in der Luft,
von rechts nach links über die Elbe hinweg.
Ein Fahrrad, knirschend im Sand hinter mir.
Schiffsmotoren, leise tuckernd.
Eine Grille, Sommersirren zwischen den Sträuchern.
Vögel in scheinbarer Aufregung.
Ein Kind, das ruft von irgendwo: Mehr! Mehr!
Wieder ein Schiff. Größer und dumpfer im Klang.
Der Wind, ganz sacht. Hell und kurz.
Die Straße. Hintergrundrauschen, permanent.
Ein zweites Kind dazu.
Krähen. Flügelschlagen.
Ein Skateboard im Sand.
Ein Blatt vor mir auf dem Weg.
Ein Sportflugzeug und Stimmen in der Ferne.
Knackende Äste.
Wieder die Vögel.
Wieder die Straße.
Noch ein Schiff
und der Wind
und die Bäume am Ufer:

All dies ist
um mich und bleibt,
allein in der Stille eines Nachmittags,
alles, was ich höre.

notiert am 26. 08. 2014

Samstagmittag. Denkpause.

Hinter der Jalousie bleibt der Tag hörbar,
bleibt die Stadt (meine Stadt!) in Bewegung.
Der Himmel, das Licht und die Hitze aber sind ausgesperrt;
der Raum unverändert, ruhig, im Halbdunkel,
ein Rest von Nachtkühle darin eingeschlossen, hinübergerettet
wenigstens bis in den frühen Nachmittag.
Dann war die Sonne lange genug an den Fensterscheiben zugange, trotz Jalousie.

Da draußen ist Sommer.
Es ist sogar Samstag und Ferienzeit dazu (na und?).
Angeblich wollen alle hinaus und – ja – manchmal will ich das auch.
Aber heute, hier hinter der Jalousie, welche die Stadt unsichtbar macht,
bleibe ich drinnen.
Um es kurz und klar zu formulieren: Mir ist zu heiß. Weiterlesen

Stadtsommer, vormittags

Sobald das Licht die Dächer erreicht, beginnt der Tag zu gleißen.
Eine einzelne Wolke treibt durchs Bild,
unauffällig und in Auflösung begriffen.
In der Ferne ein Flugzeug im Landeanflug, lautlos, scheinbar,
bis das Geräusch der Motoren plötzlich irritiert.
Zwischen den Fassaden jagen die Schwalben,
vier, fünf, sieben Sommervögel.
Sie lassen die Häuser zu Felsklippen werden und die Straße zum Ozean. Weiterlesen