Lass mir den Wind

Lass mir den Wind,
der mich trägt,
fort, wenn ich vor ihm stehe, ohne Halt.
Nimm mir nicht den Wind!

Lass mir den Schatten,
der mich schützt,
wenn ich zu ihm fliehe vor der Hitze.
Nimm mir nicht den Schatten!

Lass mir den Schrei,
der mir zeigt,
dass ich hier bin, in der Welt, laut Weiterlesen

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Indifferent

Bei Gelegenheit kann es geschehen,
dass ich nicht weiß, was ich ist.
Die Farben: Hell strahlend vor dunkelgrauem Grund.
Die Bewegung: Vorantreibend, im Stillstand.
Der Zustand: Gefangen, aber doch befreit.
Haltlos, ein sicheres Ziel vor Augen.

Ich denke dann, ich bin Weiterlesen

Bei Vollmond

In Vollmondnächten fällt es mir nicht leicht, zu schlafen.

Es ist kühl draußen jetzt und nahezu klar.

Die Ränder der Wolken schimmern grün.

Ein Donnerstag um eins
und in vielen Fenstern ist noch Licht.

Ich warte darauf, dass ich müde werde
und eigentlich bin ich es längst.
Nur ist da diese Unruhe, die mich wach bleiben lässt.
Ich spüre sie in der Luft,
höre sie auf der Straße
und rieche sie durch die irritierende Helle dieser Nacht. Weiterlesen

Ein Anflug von Dunkel am hellichten Tage

Manchmal frage ich mich, woran es liegt, dass ich fast immer zuerst von etwas schreibe, das ich gerade sehe.
Ob es Tag ist etwa oder Nacht,
wie das Licht auf die Hausdächer fällt
und von den Uferlandschaften, die man in Wolken erblicken kann.
Ich schreibe von etwas was da ist,
außen um mich,
klar erkennbar und nur zufällig mit diesem Moment verbunden,
in dem ich mich hinsetze und zu schreiben anfange.
Danach erst komme ich zu dem,
was meinem plötzlichen Entschluss zu Grunde liegt
und erzähle was innen ist,
was mich umtreibt, unsichtbar. Weiterlesen