Ein Jahr weiter…

… und immer noch ist er spürbar, der Zauber des Anfangs.

So könnte die Bilanz lauten nach meinen ersten 365 Tagen in der Blogosphäre.

Selbstverständlich hat sich viel getan. Die Welt hat sich weitergedreht und mich mitgenommen. Weiterlesen

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Zu Fuß

Ich bleib heut nicht stehen
und wart auf den Bus,
der im Stau nicht vorankommt –
Ich geh zu Fuß!

Heute lass ich den Wind
um die Nase mir wehen,
kann in Vorgärten gucken,
mich nach Katzen umdrehen.

Warum soll ich mich hetzen,
wenn ich nicht muss?
Ich hab es nicht eilig, denn:
Ich geh zu Fuß.

Rundum wachsen die Bäume
samt den Häusern der Stadt Weiterlesen

Im Raum

Ich stehe in der Mitte des Raumes. Es ist laut und rot und nach elf.
Ich stehe allein, aber es macht mir nichts aus. Alle reden gleichzeitig und ich kenne nur die Gastgeber.
Ich stehe alleine in der Mitte des Raumes, niemand tanzt, noch nicht und es ist gut so.
Jetzt gerade, so wie es ist, nach allem was war.
Es ist das Beste was ich tun konnte, heute Abend, hierher zu kommen. Weiterlesen

Das Licht ist tiefer

Das Licht ist tiefer
und die Zweige leichter,
zerbrechlich, wenn man sie erfasst
Im Land der Dächer
wirkt der Himmel bleicher
und wieder kommt die Zeit der Möwen in der Stadt.
Das Licht ist tiefer,
die Musik im Radio seichter –
es hat das Jahr, wie’s scheint, sich selber satt.
In vielem gleich
(für manche gleicher)
Wird auf den Abschluss zugerast.

Das Licht ist tiefer,
doch von leisem Strahlen.
Die Hausfassaden scheinen aufgehellt.
Die Wolken ziehen
und sammeln sich im Westen
in Richtung auf den Abend hin…
Das Licht ist tiefer –
Wenn ich könnte, würd ich’s malen –
Und ein Gedanke, seltsam, kommt mir in den Sinn:
Manch´ Dinge wandeln sich von selbst zum Besten,
wenn ihnen Zeit gewährt wird in der Welt.

Das Licht ist tiefer
Und ich kann es fühlen:
Es wärmt, auch wenn es kaum die Haut berührt.
Der Wind bricht auf und rüttelt an den Bäumen.
Er treibt das Jahr in Wirbeln vor sich her.
Das Licht ist tiefer –
Es gäb‘ viel zu wühlen
In dem was war und was nicht kam und mehr…
Der Herbstwind treibt Blätter von Ängsten und Träumen –
treibt fort, was war,
schafft Raum für das, was wird.

 

notiert, 14.November 2014

Im Tag stehend

Im Tag stehend
warte ich auf das Ende von Gestern
und auf alles
was ich heute tun werde
um von morgen erzählen zu können

Der Wind treibt
die Dinge in Grün vor sich her
treibt mich
an Wolken geklammert
aus dem Gewesenen in das was noch nicht ist

Und ich berühre
die Luft
Sie ist weiß und wärmer
als die Wolken
die sich auflösen hoch oben
in dem grünen Wind
über dem Tag
in dem ich stehe

am Anfang.

 

notiert 13.04.2014

Dunst

Der Tag schwebt im Dunst.
Die Schatten sind eigentümlich lang,
die Luft gelblich und sie sieht tatsächlich wärmer aus, als sie ist.

Zwischen dem Gilbweiß der Luft das helle, springende Grün von Frühlingsblättern.
Der Tag schwebt wahrhaftig,
scheint keinerlei Berührung mit dem Boden zu haben
und die Luft, so nah,
schafft eine seltsame Distanz zwischen den Dingen Weiterlesen

Aufforderung

Es ist halb zwei und es regnet.
Nichts da draußen, was zu versäumen wäre.
Der Tag plätschert dahin (im wahrsten Sinne).

Die Regenrinne draußen vor dem Balkon, den niemand betreten darf
und drinnen die Abwasseranlage der Station.
Eine anhaltende Geräuschkulisse, auch nachts,
irritierend.

Ich warte auf den Ausgang dieser drei eingeschlossenen Tage. Weiterlesen